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Feinsteinzeug-Platten(Keramik-Platten) in Natursteinoptik

Keramische Platten werden immer beliebter in deutschen Gärten, was wahrscheinlich nicht nur an Ihren technischen Vorteilen liegt, sondern auch an Ihrer optischen Vielfalt.Man bekommt Sie mittlerweile schon in allen denkbaren Variationen, von der klassischen Fliesenoptik, über die beliebte Natursteinnachahmung, bis hin zur Holzoptik.

Vorteile

  • Geringe Wasseraufnahme( dadurch sehr frost-stabil)
  • Sehr geringes Risiko von Ausblühungen( unschöne Materialverfärbungen welche nachträglich, meist durch schlechte Wasserableitung des Untergrunds entstehen)
  • Geringe Materialstärke, daher geringerer Aufbau nötig und weniger Materialgewicht

Nachteile

  • Durch geringe Wasseraufnahme bleibt fast immer ein wenig Wasser auf der Platte zurück(durch die Oberflächenspannung des Wassers), daher Gefahr durch Eisbildung
  • leicht Schmutzrandbildung( durch Verdunstung der Wasserränder) möglich
  • Bei der Verlegung in Splitt werden die Platten durch das geringe Eigengewicht schnell kippelig

Herstellung

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Platten der Maße:     120/40/2cm

Keramik-Platten werden aus natürlichen Rohstoffen  hergestellt (ähnlich wie Klinkersteine). Einfach erklärt, werden hierfür Ton und bestimmte Natursteine erst gewaschen, danach fein gemahlen, getrocknet und mit Farbstoffen versehen. Anschließend wird das Pulver in Formen unter hohem Druck gepresst, dass Muster aufgedruckt und zu guter letzt bei ca. 1200°C gebrannt. Hier nach werden sie noch rektifiziert, was heißt, dass durch mechanische Nachbearbeitung die Maße und 90° Winkel exakt eingehalten werden.

Verlegung

Kommen wir nun kurz auf die eigentliche Verlegung der Platten zu sprechen. Hierfür werde ich jetzt nicht so ausführlich ins Detail gehen, da die praktische Umsetzung aus solchen Texten, meiner Erfahrung nach nur schwer zu realisieren ist. In Kürze werde ich euch ausführlicheres Videomaterial dazu liefern.

Nachdem die geplante Terrasse in Höhe und Lage eingemessen wurde, kann mit der Ausschachtung , also dem Abtragen der Erde begonnen werden. Hierbei ist schon das Gefälle von ca.2%-3% mit einzuberechnen. Im Regelfall soll also das Wasser immer vom Haus weg fließen. Je nach Untergrund reichen in der Regel zwischen 20-30 cm Tiefe.Wer bei der Aufbau-Stärke genau gehen möchte, wirft einen Blick in die RStO, oder konsultiert den Profi.

Die Tragschicht kann aus Schotter der Körnung 0/22 mm bis 0/45 mm hergestellt werden und sollte im verdichteten Zustand zwischen 10-20 cm stark sein, je nachdem wie tief ausgeschachtet wurde und was für eine Belastung zu erwarten ist. Wir gehen hier nur von einer fußläufigen Belastung aus. Für höhere Ansprüche, wie eine Hofzufahrt, sind 2 cm starke Platten sowieso eher ungeeignet.

Die Bettung, also die Schicht in welche die Platten verlegt werden, kann ungebunden ( z.B. in 2/5 mm Basaltsplitt) oder gebunden ( z.B. Dränbeton) hergestellt werden. Ich kann
definitiv nur die gebundene Bauweise mit Dränbeton empfehlen, da diese  stabiler ist und die Platten später nicht anfangen zu kippeln( insofern sie richtig verlegt wurden). Hierbei auch bitte besser Dränbeton, statt herkömmlichen Beton vorziehen, da dieser durch Vermeidung von Kleinstanteilen im Betonkies stark wasserdurchlässig bleibt. Somit können später keine Frostschäden durch stehendes Wasser unter den Platten entstehen. Eine Schicht von 5-8 cm mit maximaler Korngrösse von 8 mm sind ausreichend, worin am besten noch Leichtarmierungs-Matten zur noch besseren Stabilität mit eingebaut werden.

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bei genauer Betrachtung sind links noch die Leichtarmierungs-Matten zu erkennen

Um eine gute Haftung zu gewährleisten wird zwischen Platte und Bettung noch Kontaktschlämme ( wenn der Beton der Bettung noch frisch ist) aufgetragen. Dieser Schritt ist sehr wichtig, damit die Keramik-Platten später gut am Beton haften bleiben. Auf eine mindest Fugebreite von 3 mm, je nach Plattengröße auch mehr, ist immer zu achten, denn ansonsten können später durch thermische Ausdehnung die Kanten abplatzen.

Zu guter letzt, vorzugsweise nachdem die fertig verlegte Fläche ein bis zwei Tage zum trocknen hatte, wird verfugt. Hierbei können Mörtel auf zementärer-, oder auf epoxid-harz-Basis verwendet werden. Zement-Mörtel sind kostengünstiger, jedoch aufwendiger in der Verarbeitung und wasserundurchlässig. Bei unserem Dränbeton als Bettung würde ich auch immer den Epoxid-Harz-Mörtel vorziehen, da dieser ebenfalls wasserdurchlässig ist und sich zügiger einbauen lässt. Bei größeren Flächen sollte man zudem Dehnungsfugen mit einbauen, um das Risiko von Rissbildung durch auftretende Spannung so gering wie möglich zu halten.

Alternativ und wesentlich kostengünstiger kann die Fläche auch ungebunden verfugt werden. Als Beispiel kann Basaltbrechsand ohne Null-Anteil verwendet werden. Hierbei heizt sich die Fläche auch nicht so schnell auf wie bei der gebundenen Verfugung , und somit besteht ein geringeres Risiko von Spannungsrissen. Nachteil wäre das mögliche Auswaschen der Fuge beim säubern und evtl. auftretender Spontanbewuchs

Fazit

Keramische Plattenbeläge bieten viele Vorteile gegenüber den altbekannten Produkten, wie z.B. Betonsteinpflaster oder normale Betonplatten. Preislich sind sie jedoch dementsprechend etwas teurer, auch wegen der etwas anspruchsvolleren Verlegung. Wer bereit ist, ein paar Cent mehr auszugeben, wird es im Anschluss aber mit Sicherheit nicht bereuen.

Kategorien: Baustellentipps

3 Kommentare

Claudia · 23. Januar 2017 um 23:50

Interessante Sache, mein Mann und ich überlegen zur Zeit unsere Terrasse mit Keramikplattem neu zu gestalten. Freuen uns daher schon sehr auf das Video und würden Sie dann bei weiteren Fragen sehr gerne kontaktieren. Aber Dank diesem ausführlichen Beitrag sind wir schon um einiges schlauer geworden. Danke 😀

Matthias · 24. Januar 2017 um 10:49

Toller Artikel! Vielen Dank dafür!

    Marco · 28. Oktober 2018 um 14:11

    Danke für das tolle Feedback!

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