Hallo Gartenfreunde.

Ab und an werde ich gefragt, worauf es beim Pflastern ankommt, welches die wichtigsten Dinge dabei sind.

Dabei fällt mir als erstes die richtige Vorbereitung der Pflasterfläche ein. Also von der Ausschachtung bis hin zur Tragschicht. Diese beiden Schritte sind für die Langlebigkeit in puncto Ebenheit und Stabilität mit am Wichtigsten. Im Folgenden werde ich auf Beides etwas genauer eingehen.

Die richtige Ausschachtung

Je nachdem, wie stark die Fläche belastet werden soll, muss das Erdreich unterschiedlich tief abgegraben( ausgeschachtet) werden. Wird nur eine fussläufige Terrasse gepflastert, reichen bei sandig, kiesigen Untergründen schon 20 cm. In einer Hofeinfahrt sollte es mindestens 30 cm sein und wenn gelegentlich der Heizöl-Lkw darauf parkt, sollte es sogar 40 cm sein.

Hierbei spielen aber noch andere Faktoren eine Rolle:

  • Ist der Untergrund eher lehmig( besser tiefer ausschachten) oder sandig
  • Welche Frostzone ( in sehr kalten gebieten ruhig 15 cm tiefer gehen)
  • Kann das Untergrundwasser gut abfließen ( auf einem Damm )
  • Kann das Wasser seitlich abfließen oder ist es rundum bebaut( z.B. in einem Hinterhof, hier auch 5 cm tiefer ausschachten )

Prinzipiell gilt, je besser das Wasser im Untergrund versickern kann, umso sicherer können auch Frostschäden durch auffrierendes Wasser( 10 % Ausdehnung beim gefrieren) vermieden werden.

Sollte der Untergrund jedoch trotz ausreichender Tiefe schwammig ( instabil ) wirken, kann ein Geo-Textil ( starkes Vlies ) darauf ausgelegt werden. Es verteilt die später auftretenden Kräfte so gleichmäßiger.

Die Ausmaße der Ausschachtung sollten zu jeder Seite ca. 20 cm breiter gemacht werden, damit die Tragschicht später auch unter der Rückenstütze ( Betonkeil, welcher den Pflasterstein vor Verschiebungen schützt ) sitzt. Wenn um das Pflaster eine Einfassung kommt, z.B. aus Kantensteinen, muss dies nicht berücksichtigt werden.

Gefälle

Jetzt sollte  schon das richtige Gefälle mit eingearbeitet werden, welches im Regelfall 1-3 % beträgt ( also 1-3 cm Höhenunterschied auf 1 m Länge )und immer vom Haus weg geht. Dies ist sehr wichtig, damit das Wasser später immer abfließen kann und sich keine Eisflächen bilden ( Unfallgefahr!!!) oder Feuchtigkeit in die Hauswand einzieht.

Stabile Tragschicht

Die Tragschicht leitet alle Kräfte in den Untergrund ab. Sie kann aus verschiedenen Materialien bestehen ( z.B. Füllkies oder Beton) aber das beste Preis / Leistungsverhältnis hat man mit Schotter. Schotter wird durch seine scharfkantigen Steine, beim Verdichten mittels Rüttelplatte, sehr stabil und lässt durch seine grobe Porenstruktur ( relativ große Hohlräume ) trotzdem ausreichend Wasser versickern. Am besten eignet sich Schotter der Korngröße 0/22 mm bis 0/45 mm. Jedoch muss die Tragschichtstärke min. das dreifache des größten verwendeten Korns entsprechen.  Bei einem 0/45 mm Schotter sollte die Tragschicht also mindestens 13,5 cm stark sein ( 45 mm * 3 = 135 mm = 13,5 cm )

Die verdichtete Schotter-Tragschicht wird bis auf 12 cm unter fertiger Pflasterhöhe eingebaut. Somit hätten wir also noch 4 cm Platz für die Bettung und 8 cm für den Pflasterstein. Der Schotter muss lagenweise verdichtet werden, was sich nach der Größe des Verdichtungsgeräts richtet. So muss bei einer kleinen 70 Kg schweren Rüttelplatte alle 10 bis max. 15 cm Auftragsstärke des Schotters verdichtet werden. Und das nicht zu knapp. Jede Stelle min. 2-3 mal überfahren. Hauptgrund von Absackungen in der Pflasterfläche sind meist schlecht verdichtete Tragschichten.

Sollte der Schotter beim Einbau zu trocken sein, einfach leicht nass machen. Dann wird die Tagschicht noch fester und es staubt beim verdichten nicht so sehr.

Mittels Schnurnägel und gespannter Schnüre kann nun noch einmal die gleichmäßige Höhe und das richtige Gefälle kontrolliert werden.

Wenn Ihr noch weitere Fragen habt, oder etwas unklar geblieben ist, kontaktiert mich bitte. Ich freue mich über jede Frage!!!


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