Worüber muss ich mir bei der Auswahl der richtigen Pflaster-Bettung Gedanken machen? Nehme ich jetzt Sand oder doch lieber Splitt?

Auf diese Fragen gehe ich nun ein wenig genauer ein.

Ungebundene Bettung

Prinzipiell muss hier auch wieder auf die spätere Benutzung  geachtet werden. Denn laut ATV DIN 18318 dürfen Baustoffgemische ( u.a. Splitt oder Sand) der Körnung 0/2 mm oder 2/5 mm nur auf Flächen mit geringer Verkehrsbelastung verwendet werden. Hofeinfahrten, die 2 mal am Tag mit dem Auto befahren werden, sind hier meiner Meinung nach noch mit eingeschlossen. Aber auf stärker frequentierten Parkplätzen, vor allem wenn es noch zu Lkw-Verkehr kommen sollte, könnte der Splitt durch die starken Kräfte zertrümmert werden. Dies sorgt dafür, dass er partiell hart wie Beton wird, somit das Wasser nicht mehr gut versickern kann und es zu wackeligen Pflastersteinen kommt. Für einfache Wege oder Terrassen im Garten würde ich aber immer Splitt ohne Null-Anteil empfehlen. Zu den Vor- und Nachteilen kommen wir gleich

Für solch stärker belastete Flächen empfiehlt die Norm den Einsatz von Baustoffgemischen der Körnung 0/4 mm, 0/5 mm und 0/8 mm. Hierbei ist gebrochenes Korn  besser als abgerundetes, da es sich untereinander verzahnen kann. Der Anteil von Körnern unter 0,063 mm darf nicht über 5 % liegen um ein Hochfrieren zu vermeiden. Bei Pflastersteinen vom 12 cm Dicke kann auch 0/11 mm Material verwendet werden.

Die Dicke der Bettung sollte im verdichteten Zustand zwischen 3-5 cm betragen, bei 12 cm dicken Pflastersteinen auch bis zu 6 cm.

Desweiteren muss immer auf die Filterstabilität geachtet werden.

  Splitt ohne Null-Anteil

Pro: 

  • kein Problem mit Ameisen, welche den Null-Anteil aus der Bettung abtransportieren
  • Verarbeitung auch bei nassem Wetter möglich
  • lässt das Wasser prinzipiell schneller abfließen, dadurch bessere Vermeidung von Ausblühungen
  • leichtere Verarbeitung, da er nicht vor-verdichtet werden muss

Contra:

  • Fugenfüllung kann leichter in die Bettung einrieseln ( auf Filterstabilität achten)
  • Bei starker Belastung Zertrümmerung möglich ( wie oben erwähnt)

Pflasterbettung mit Null-Anteil

Pro:

  • Besser hinsichtlich Filterstabilität
  • stabiler

Contra:

  • schlechte Verarbeitung bei nassem Wetter ( Verdichtungsgrad lässt nach durch schlechtere Verzahnung)
  • Muss vor-verdichtet werden( sprich die Bettung wird einmal grob abgezogen und verdichtet, und dann ein zweites mal sauber abgezogen). Sonst kommt es später eher zu Absackungen
  • Ameisen bauen gern Gänge in der Bettung, da diese sich im Sommer schneller aufheizt, was besser für die Entwicklung der Larven ist.

gebundene Bettung:

Unter gebundener Bettung versteht man Baustoffgemische, welche durch Zusatz von Bindemitteln verfestigt ( gebunden) werden. Bestes Beispiel hierfür wäre Mörtel oder Dränbeton. Diese Bauweise ist meist am stabilsten jedoch auch aufwendiger und teurer als die ungebundene Bettung. Ausserdem sollte hier auch die Verfugung immer gebunden ausgeführt werden. Sonst ist die Gefahr sehr hoch, dass die Steine sich später von der Bettung lösen und wackelig werden. Nur bei diversen Platten, wie zum Beispiel großformatigen Keramik-Platten kann ich die gebundene Bettung empfehlen. Bei Pflasterflächen mit ungebundener Fuge ( z.B. mit Sand eingekehrt) ziehe ich die ungebundene Bettung vor.

Fazit:

Ob mit oder ohne Null-Anteil, gebunden oder ungebunden, hängt also von der Belastung ab. In den meisten fällen, auch wenn  die Herren vom Deutschen Institut für Normung das nicht so gern hören, reicht die Verwendung von 2/5 mm Splitt, wie man ihn von allen guten Baustoffhändlern beziehen kann.


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