Johannisbeeren sind nicht nur lecker und auch in der Küche vielseitig einsetzbar, sie lassen sich auch sehr gut im Garten selber anbauen und pflanzen. Doch erst einmal gepflanzt kommen die ersten Fragen auf:

Wie schneide ich die Johannisbeere richtig?

Wann schneide ich die Johannisbeere?

Oder wie viel muss ich eigentlich schneiden?

Damit Ihr nicht genauso ratlos und mit Fragezeichen in den Augen dasteht, wie einst meine Schwiegermutter, habe ich ein paar Regeln und Tipps für Euch zusammengetragen.

Zunächst einmal zu der Frage wann ist die richtige Zeit um der Pflanze zur Leibe zu rücken?Diese lässt sich ganz einfach beantworten und sich auch merken:

Immer dann, wenn im Sommer alles abgeerntet und mit Genuss verspeist wurde. Sind alle Beeren vom Strauch entfernt geht es an die richtige Schnitt-Technik.

Hierbei ist es besser den Schnitt schräg auszuführen und nicht gerade. Dies ist notwendig, damit Regenwasser ablaufen kann und es zu keinem Pilzbefall kommt.

Nun sucht man sich eine nach außen stehende  Knospe heraus und geht von da an ca. 0,5 cm nach oben und schneidet ab. Diese Art der Schnitt- Technik ist wichtig für den späteren Aufbau der Pflanze. Sollten hier und da Äste nach innen stehen, welche Reibung untereinander verursachen könnten, entfernt man diese mit der o.g. Schnitt-Technik. Hierdurch wird die Pflanze besser belüftet, was auch dem Pilzbefall vorbeugt und die Blüten bekommen somit mehr Sonne ab und dies sorgt wiederum für ein tolles Wachstum der Früchte.

Die Versiegelung der Schnittstellen mit Baumwachs ist in Fachkreisen eher umstritten. Vorher eingedrungene Pilze können sich noch besser unter der Schutzschicht entfalten. Ich persönlich schließe mich dieser Meinung an und lasse das Baumwachs eher weg.

Jetzt werdet Ihr euch fragen, wie viel schneide ich denn nun eigentlich ab, damit der Strauch nicht hinterher wie ein gerupftes Huhn aussieht und im nächsten Jahr auch wieder gut geerntet werden kann?

Es sollte jedes Jahr ein Drittel der Triebe tief am Stamm bzw. bodennah entfernt werden, hierbei sollten 2-3 Augen (Knospen) stehen bleiben. Ausserdem werden alle Äste entfernt, die älter als 5 Jahre sind. Denn altes Holz ist nicht mehr so blühwillig wie die jüngeren und bringt somit auch wieder weniger Früchte. Bodennahe Seitentriebe sollten ebenfalls gekürzt werden, da an diese nur wenig Licht kommt und sich somit kaum Früchte bilden werden.

Klingt doch alles gar nicht so schwer oder?

Beachtet aber bitte immer! Auf die jeweilige Sorte kommt es auch an, denn rote und weiße Johannisbeeren blühen am 2-3 jährigen Holz. Die schwarze Johannisbeere hingegen an den 1 jährigen Trieben. Dies bedeutet im Klartext, dass sich die Blütenanlagen (Blütenknospen) der roten und weissen Johannisbeere schon im Herbst des Vorjahres bilden. Würde man nun, wie bei der schwarzen Johannisbeere, die Ruten im Frühjahr beschneiden, schneidet man automatisch alle Blütenknospen mit ab und geht dieses Jahr erntetechnisch leer aus.

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine gute Ernte und noch einen schönen Tag.

 

Kategorien: Gartentipps

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