Das Sonderangebot im Supermarkt ist einfach zu verlockend und Ihr wolltet sowieso, schon immer mal mit einer Motorsäge arbeiten? Ihr habt euch einen eigenen Kamin zugelegt, jedoch muss das Feuerholz jetzt erst einmal passend gesägt werden? Oder Ihr wollt euch mal wie ein echter Holzfäller fühlen und Euren ersten eigenen Baum zu Fall bringen?

Dann seid verdammt nochmal vorsichtig, und macht euch vor der Benutzung schlau:

  • Wer darf überhaupt eine Motorsäge benutzen, und Wo?
  • Wann brauch ich einen Motorsägen-Lehrgang?
  • Was für Sicherheitsausrüstung brauche ich?
  • Wo und Was darf ich mit meiner Motorsäge schneiden?

Eine Motorsäge ist definitiv kein Spielzeug, aber mit dem richtigen Hintergrundwissen und einem gesunden Maß an Vorsicht kann die Arbeit damit richtig Spaß machen.

Wer darf eine Motorsäge benutzen?

Prinzipiell darf man auf seinem eigenen Grund und Boden machen was man will. Jedoch ist die Benutzung einer Motorsäge normalerweise erst ab 18 Jahren erlaubt. Solltet Ihr also unter 18 Jahren sein, und es passiert etwas, kann die Versicherung die Zahlung ablehnen. Außerdem müsst Ihr körperlich und geistig dazu in der Lage sein.

In Ausbildungsberufen, in welchen der Umgang mit der Motorsäge ein Ausbildungsbestandteil ist,  reicht es schon wenn man 16 Jahre alt ist. Hierbei jedoch nur unter fachkundiger Aufsicht. Bei uns Garten- und Landschaftsbauern wird meist im zweiten Lehrjahr ein Motorsägen-Lehrgang besucht.

Wo darf ich sägen:

Ohne Motorsägen-Schein nur auf meinem eigenen Grundstück. Sobald Ihr für Dritte arbeitet, und sei es nur die Nachbarschaftshilfe, muss der Schein her!

Prinzipiell würde ich aber IMMER zu einem Motorsägen-Lehrgang raten. Auch bei Arbeiten auf dem eigenen Grundstück. Denn so bekommt man Ahnung von der Materie und ist Versicherungs-Technisch besser abgesichert, falls doch mal was passiert.

Wann muss ich einen Motorsägen-Lehrgang machen?

Wie schon oben erwähnt, müsst Ihr einen extra Motorsägen-Schein machen, wenn:

  • Sobald Ihr außerhalb Eures eigenen Grundstücks mit einer Motorsäge arbeiten wollt
  • Für die Benutzung in Wäldern. Öffentlich oder Privat ist hier egal. Ihr befindet euch ja nicht mehr auf dem eigenen Grundstück
  • Sobald Ihr beruflich mit der Motorsäge arbeiten müsst, z.B. als Garten- und Landschaftsbauer.

Hierbei gibt es jedoch unterschiedliche Kurse.

Was gibt es für unterschiedliche Kurse?

Je nachdem, in welchen Umfang man mit der Motorsäge arbeiten möchte, gibt es auch unterschiedliche Kurse.

Wer zum Beispiel für den einfachen Brennholz-Erwerb einen Motorsägen-Schein machen möchte, dem reicht schon ein sog. Liegendholzkurs. Hierbei darf jedoch, wie der Name es schon sagt, nur am liegenden Holz gearbeitet werden. Also keine Bäume fällen! Denn das ist nochmal eine andere Hausnummer, wobei ein wenig mehr Vorsicht geboten ist.

Das nächst höhere wäre ein Motorsägen-Grundkurs. Hierbei dürfen auch schon Bäume gefällt werden, jedoch nur bis zu einem Durchmesser von 20cm, in Brusthöhe gemessen. Natürlich geht so ein Kurs etwas länger als der ersterwähnte und ist auch dementsprechend teurer. Hier müssen ja auch mehr Wissen und Fertigkeiten vermittelt werden. Ich persönlich würde auch nicht an der Lehrgangsqualität sparen, denn beim Arbeiten mit der Motorsäge, kann es ohne das richtige Wissen schnell lebensbedrohlich werden!

Zu guter letzt haben wir den AS Baum 1 Kurs. Das ist der Motorsägenschein für Fortgeschrittene und Profis, mit dem dann auch die dicken Oschis im Wald gefällt werden dürften. Ich schreibe mit Bedacht dürften, denn man darf noch lange nicht einfach jeden Baum fällen, der einem vor die Säge kommt!

Auch auf dem eigenen Grundstück gilt…

die örtliche Baumschutzsatzung und der Vogelschutz. Vogelschutz heißt, dass in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September nur leichte Formschnitte gemacht werden dürfen. Damit fällt eine Baumfällung während dieser Zeit schon mal kategorisch raus. Es sei denn, man möchte ein saftiges Bußgeld riskieren.

Auf die Baumschutzsatzung müsst Ihr auch acht geben. Alle Bäume, die einen Stammdurchmesser von über 60-80 cm haben, dürfen nur mit einer Sondergenehmigung gefällt werden. Gemessen wird hierbei in 1m Höhe. Bei mehrstämmigen Bäumen werden die einzelnen Stammdurchmesser addiert. Wollt Ihr also einen Baum fällen der in das oben genannte Raster rein passt, macht euch vorher nochmal beim Amt schlau. Denn die Baumschutzsatzung variiert je nach Stadt oder Gemeinde leicht.

Welche Sicherheitsausrüstung brauche ich?

Diese Sachen solltet Ihr auf jeden Fall immer tragen, wenn Ihr mit der Motorsäge arbeiten wollt:

  • Motorsägenhelm: Der Helm ist in Signalfarbe, hat ein Schutzvisier und Gehörschutz. So ist der Kopf vor z.B. schlagenden Ästen geschützt. Das Visier schützt eure Augen vor Splittern und der Gehörschutz lässt euch nicht so schnell schwerhörig werden. Eine Motorsäge macht oft Lärm über 100dB, und ab 85dB aufwärts sollte man mit Gehörschutz arbeiten.
  • Schnittschutzstiefel: Die Stiefel haben ein gutes Profil und sorgen für einen sicheren Stand. Durch den Schnittschutz sind auch eure Füße vor Schnittverletzungen geschützt. Außerdem sollten Stahlkappen vorhanden sein, damit auch eure Zehen sicher sind.
  • Schnittschutzhose: Das ist der wichtigste Ausrüstungsgegenstand. In der Hose sitzen lange Fasern, die sich bei Berührung mit den Motorsägenzähnen in die Antriebsteile wickeln. Das bringt die Säge zum sofortigen Stillstand. Mir selbst hat so eine Hose schon öfters einen Krankenhaus-Aufenthalt oder Mehr erspart!
Motorsäge

Motorsägenhelm

Schnittschutzhandschuhe sind nicht unbedingt erforderlich, da immer beide Hände an der Säge sein sollen. So kann man sich also nicht in die Hände schneiden.

Abschließend noch eine der wichtigsten Regeln: Niemals Allein mit der Kettensäge schneiden! Im Falle eines Unfalls sollte immer Jemand da sein um Hilfe zu rufen.

 

 

Kategorien: Maschinen

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: