30 bis 40 Grad draußen? Ihr kommt so richtig kaputt von der Arbeit? Keine Lust die Blumen im Garten zu gießen?

Bei einer Sache sind wir uns ja mittlerweile alle einig: Das es die letzten Jahre über definitiv wärmer und meistens trockener geworden ist. Ob dies nun langfristig so bleiben wird ist wissenschaftlich nicht beweisbar und ich möchte hiermit nicht auf den lauten Zug des Klimahypes aufspringen.  Jedoch sollte man sich Gedanken machen, was man in solch einem Fall machen kann. Anpassung ist hier die oberste Devise!  Es gibt genug Pflanzen die relativ wenig Pflege brauchen und super mit Trockenheit und Hitze klar kommen.

Lest hier unsere Top 10 der pflegeleichten Pflanzen für den Sommer, denn die nächsten heissen Tage kommen bestimmt…

Zunächst einmal: Woran erkennt man trockenheitsresistente Pflanzen eigentlich?

Wer so wenig Ahnung von Pflanzen hat wie ich früher, wird sich jetzt denken: „Na an den Schildern im Pflanzenmarkt“. Ja klar Leute, aber ein bisschen Eigenwissen schadet ja nie. Denn es gibt eine Reihe von Merkmalen, mit denen man trockenheitsresistente Pflanzen erkennt:

Besonders die Blätter zeigen, wie widerstandsfähig eine Pflanze ist.

Sind diese:

  • fleischig und dick
  • grau-grün
  • mit Blatthaaren bedeckt 
  • klein

dann könnt ihr davon ausgehen, dass die Pflanze weniger Probleme mit Trockenperioden hat.

Auch gilt, um so größer und stärker die Wurzeln sind, um so länger kann sich eine Pflanze mit Wasser versorgen. Denn wenn die oberste Schicht schon staubtrocken ist, kann sie immer noch Wasser über die Wurzeln aus dem Erdreich ziehen.

Wichtig! Aber ihr müsst immer bedenken:

Eure Böden sollten immer durchlässig sein. Denn umso besser die Pflanze mit Trockenheit klar kommt, desto mehr Schwierigkeiten hat sie mit Staunässe.

fullsizeoutput_10      Kaukasus-Fetthenne (Sedum spurium)

Durch ihre fleischigen runden Blätter, hat die Fetthenne einen optimalen Wasserspeicher. Sie gehört daher auch zu den sog. Sukkulenten. Wegen diesem übersteht sie längere Trockenperioden ohne Probleme. Niedrig wachsende Arten gelten als optimaler Bodendecker, aber vor allem als wunderschöner Blickfang.

Es gibt auch höher wachsende Arten, wie die Große Fetthenne (Sedum telephium), sie sind wahre Schmetterlingsmagneten und können in tollen Staudenbeeten richtig glänzen.

 

fullsizeoutput_17      Steppen-Salbei (Salvia nemorosa)

Mit dem Salbei holt ihr euch nicht nur einen Magneten für Bienen und Schmetterlinge in den Garten holen.

Violette, rosafarbene und weiße Blüten lassen Euren Garten vor allem optisch erstrahlen. Von „trockenen“ Pflanzen ist dabei keine Spur. Er besticht durch seine große Artenvielfalt und kann zudem noch als Heilpflanze verwendet werden.

 

fullsizeoutput_15      Sommerflieder (Buddleja davidii)

Der Sommerflieder wird nicht umsonst auch Schmetterlingsflieder oder auch Schmetterlingspuff genannt. Denn mit diesem Strauch holt ihr Euch nicht nur eine extrem pflegeleichte Pflanze in den Garten, sondern auch eine so farbenfrohe, dass jeder Schmetterling magisch von ihr angezogen wird. Er erstrahlt in vielen verschiedenen Tönen wie weiß, hellrosa, rosarot und violett.

Was den Standort angeht ist er relativ anspruchslos und wächst quasi überall. Er kann sich selbst in kleinen Ritzen wohlfühlen.

Doch Vorsicht! Der Sommerflieder ist ein s.g. invasiver Neophyt. Er kann sich also extrem schnell ausbreiten und es gibt sogar Länder wie z.B. die Schweiz, wo er genau deswegen auf der Schwarzen Liste steht.

 

fullsizeoutput_14      Wollziest (Stachys byzantina)

Ihr steht total auf Tiere? Eine Sache die ich immer an unseren Kaninchen sehr mochte (neben dem puscheligen Schwanz) waren ihre süßen Ohren. Wusstet ihr, dass es eine Pflanze gibt, deren Blätter sich genau so anfühlen wie ein Hasen- oder Eselsohr und die zudem ein wunderschöner Blattschmuck in Eurem Garten sein kann?

Die Rede ist hier vom Wollziest. Er ist ein echter Überlebenskünstler was Trockenheit betrifft. Genau diese Eigenschaft hat er seinen Blättern zu verdanken.

Die behaarten Blätter schützen ihn vor Trockenheit, weil durch sie so wenig Wasser wie möglich verdampfen kann. Perfekt also für lange Trockenperioden ohne Gießen.

 

fullsizeoutput_16      Bartblume (Caryopteris clandonensis)

Wenn ihr Euren Gartenzaun oder Euer Staudenbeet ein bisschen aufhübschen wollt, kann ich Euch wärmstens die Bartblume ans Herz legen.

Nicht nur zwischen Rosen ist sie ein richtiger Eyecatcher. Auch als Kübelpflanze macht sie richtig was her.

Denn ihre blau-violetten Blüten strahlen so schön, dass es eine Freude ist zu Beobachten wenn sich Bienen und Schmetterlinge an ihr erfreuen.

 

fullsizeoutput_13      Blau-Schwingel (Festuca cinerea)

Bleiben wir beim Thema Blau. Auch der Blauschwingel ist ein wahres Talent wenn es um Trockenheit geht. Dieses kleine zierliche Gras sticht vor allem durch seine Farbgebung heraus. Seine feinen bläulich-grünen Halme können eine wahre Augenweide sein.

Er ist sehr unempfindlich gegen Krankheiten und macht auch als Bodendecker eine gute Figur.

 

fullsizeoutput_12      Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum)

Wenn ihr einen schönen Naturgarten habt und noch eine farbenfrohe Wildstaude sucht, dann ist die schwarze Königskerze vielleicht genau das Richtige für Euch.

Nein, natürlich ist sie nicht schwarz (ganz schön verwirrend manchmal mit den Namen), sondern erstrahlt in einem wunderschönen, leuchtend gelben Ton.

Man nennt sie auch Fackelblume und in der Natur ist sie oft an trockenen Berghängen zu finden.

 

fullsizeoutput_19      Natternkopf (Echium vulgare)

Der Natternkopf ähnelt einer gespalteten Schlangenzunge. Klar, irgendwoher muss man ja die Namen irgendwann nehmen. Er erstrahlt in schönen violetten, rosa und blauen Farben. Im ersten Jahr nach der Keimung bildet er nur seine Blattrosette. Erst im zweiten Jahr bildet er seine tollen Blüten wonach er sich Versamt und abstirbt. Denn er gehört zu den sog. zweijährigen Pflanzen (bienne).

Im Gegensatz zu den vorherigen Pflanzen solltet ihr hier gerade in der Anfangszeit aber auf eine gute Bewässerung achten. Ansonsten habt Ihr mit ihm aber eine unkomplizierte Pflanze die kaum Pflege braucht und vor allem von Schnecken ignoriert wird.

Ignoriert wird er hingegen von Bienen und Schmetterlingen nicht, da er sehr nektarreich ist.

 

fullsizeoutput_18      Kleinblättriges Steinkraut (Alyssum serpyllifolium)

Ihr braucht noch einen „Ritzen-Flitzer“ für Euren Garten? Dann solltet ihr mal einen Blick auf das Kleinblättrige Steinkraut werfen. Er wächst wunderbar in Ritzen und Fugen, sieht also gerade in Trockenmauern echt klasse aus.

Also sollte Euer Garten bisher ein bisschen so aussehen wie die Gärten bei

„Gärten des Grauens“

(wer auf Gartensatire steht sollte hier unbedingt mal vorbeischauen), dann packt zumindest das kleinblättrige Steinkraut dazwischen.

Die leuchtend gelben Blüte, die sogar nach Honig duften, sind ein perfekter Bodendecker und würden sich sogar auf Kiesflächen wohlfühlen.

 

fullsizeoutput_11      Hauswurz (Sempervivum tectorum)

Last but not least kommen wir zu einem meiner persönlichen Favoriten in unserem eigenen Garten. Die Hauswurz gehört mit zu meinen absoluten Lieblingspflanzen und dem Star unter den trockenheitsresistenten Pflanzen.

Ihr habt eine optisch nicht ganz so schöne Mauer? Setzt Hauswurz rein!

Eurer Trockenmauer fehlt der Pep? Setzt Hauswurz rein!

Ihr braucht in einem Kübel einen Eyecater? Setzt Hauswurz rein!

Tischdeko? Hauswurz!

Ihr merkt schon ich bin ein Fan 😀

Könnte einfach daran liegen das er wunderschön ist und nicht nur grosse Hitze verträgt sondern auch mit Minusgraden zurecht kommt.

Ich wette mit Euch, bei ca. 3000 verschiedenen Arten ist für jeden was dabei.

 

Dies waren Unsere Top 10 pflegeleichter Pflanzen für heisse Sommertage. 

Ihr seht also: Einen schönen Garten haben, der auch noch pflegeleicht ist, ist gar nicht so schwer.

Welcher der 10 ist Euer Favorit?

Verratet es uns gerne unten in den Kommentaren.

 

 

Das könnte Euch auch noch interessieren:

Strauchschnitt im Frühjahr

Der perfekte Rasen

Die 4 besten Orchideentipps

Kategorien: Pflanzen

2 Kommentare

Sara · 22. August 2019 um 21:51

Eindeutig Sedum.👍 Es gibt einfach eine große Auswahl. Für jeden etwas dabei.
Auch die Blauraute (Perovskia abrotanoides) ist super pflegeleicht!

    Marco · 22. August 2019 um 21:59

    Oh ja, die Perovskie ist auch toll. Es gibt wirklich eine Menge Pflanzen, welche mit wenig Wasser auskommen. Danke für das gute Kommentar!!!

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: