Wer einen Garten hat muss sich hin und wieder mit dem ein oder anderen „Schädling“ auseinander setzen. Mäuse im eigenen Garten haben leider nicht viel mit schönen Filmen wie *„Feivel dem Mauswanderer“ oder *„Stuart Little“ zu tun.

Auch wenn die kleinen Racker noch so putzig anzusehen sind, sie können erheblichen Schaden anrichten. Dabei rede ich nicht nur von angeknabberten Samentütchen oder zerstörten Grassamensäcken. Vor allem Eure Pflanzen, Wurzeln und frisch ausgesätes Saatgut können erheblich unter Mäusebefall leiden.

Nur lebendige Gärten sind auch wirklich schöne Gärten. Da gehören auch Mäuse zu. Jedoch muss man den Bestand ein wenig im Auge behalten. Wenn Mutter Natur, in Form von Vögeln, Katzen, etc. nicht eingreift, sind wir Gartenbesitzer gefragt.

Leider wissen wir genau wovon wir reden. Gerade der Garten meiner Eltern war dieses Jahr ein reines Mäuseparadies. Vermutlich angelockt durch das viele Vogelfutter in unseren Gärten, hatten wir es mit einer riesigen Horde der verschiedensten Mäusearten zu tun.

Eine genaue Zahl unserer kleinen Bewohner und vor allem, wie wir es geschafft haben der Lage Herr zu werden, werde ich Euch am Endes des Artikels verraten. Denn wie bei allen Sachen im Leben gilt hier auch: Die Menge macht es. Ein paar Mäuse sind gut und nützlich. Zu viele können jedoch zur Plage werden.

Natürlich ist es am einfachsten einen Kammerjäger zu rufen. Was dann aus den Tieren wird kann man sich ja vorstellen. Auch für den „Hobbymäusejäger“ gibt es mehr als genug Alternativen die Tiere qualvoll los zu werden. Beispiele hierfür wären z.B. Giftköder oder Schlagfallen.

Wo die Nachteile bei Schlagfallen liegen brauchen wir nicht weiter drüber zu reden. Bei Giftködern sieht die Sache schon anders aus. Klar, die Köderfallen sind in der Regel so konzipiert, dass andere Tiere nicht an das eigentliche Gift bzw. den Gerinnungshemmer gelangen. Ganz verlassen würde ich mich darauf aber auch nicht.

Und ganz ehrlich unter uns, wer von Euch möchte denn gerne das die Tiere über Tage qualvoll innerlich verbluten? Ich jedenfalls nicht!

Doch wie geht es anders? Hierzu habe ich Euch ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt!

Zunächst einmal solltet ihr Euch ein bisschen mit den verschiedenen Mäusearten auseinander setzen um zu wissen, wen ihr da eigentlich vor Euch habt. Denn:

Maus ist nicht gleich Maus!

Zu den häufigsten Mäusearten in Deutschland gehören:

Hausmaus

Aussehen:  Oberseitig grau bis braungrau, auf der Unterseite etwas heller; ihr Schwanz ist mit deutlich sichtbaren Schuppenringen versehen und leicht behaart

Nahrung:  Sie gehören zu den s.g. Allesfressern; hauptsächlich pflanzliche Nahrung, wie z.B. herabfallende Samen von Gräsern, Wurzeln und Nüsse, aber auch lebende Insekten stehen auf dem Speiseplan

Lebensweise:  Halten sich draußen auf, aber gerade im Winter zieht es sie in die Häuser oder sie verfallen in eine s.g. Winterstarre;

in Menschennähe meist nachtaktiv

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Wühlmaus

Aussehen:  Hellbraun bis dunkelbraun, die Unterseite ist weiß bis gelblich; relativ kurzer Schwanz; Ohren meist komplett im Fell versunken

Nahrung:  u.a. Zierpflanzen, wie z.B. Tulpenzwiebeln; Pastinaken- und Möhrenwurzeln; Wurzeln von Ziergehölzen

Lebensweise:  Eher dämmerungsaktiv; wer „Maulwurfshügel“ in seinem Garten findet, sollte immer die Wühlmaus als Tatverdächtigen mit in Betracht ziehen, aber anders als bei Maulwürfen hat ein Erdhügel von Wühlmäusen den Eingang immer seitlich.

Kleiner Tipp: Wer testen möchte ob er Maulwürfe oder Wühlmäuse im Garten hat, sollte einmal leicht das Loch des Erdhaufens zuscharren. Maulwürfe graben unterirdisch wieder ein neues.

Wühlmäuse fangen sofort wieder an das alte Loch frei zu graben!

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Feldmaus

Aussehen:  sie gehört zwar zu den Wühlmäusen, sind aber vergleichsweise viel kleiner, ansonsten im Aussehen der Wühlmaus ähnlich

Nahrung:  fressen oberirdische Pflanzenbestandteile

Lebensweise:  anders als bei den eigentlichen Wühlmäusen hinterlassen Feldmäuse keine Erdhügel, sondern Laufwege im Gras oder auf dem Feld

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Brandmaus

Aussehen:  unverkennbar durch den schwarzen Streifen auf dem Rücken

Nahrung:  fressen nicht nur Samen und Früchte, sondern erfreulicher Weise auch Würmer, Larven, Insekten und Schnecken. Daher ist die Brandmaus eher ein kleiner Helfer im Garten. Solltet ihr eine entdecken am besten in eurem Garten behalten.

Lebensweise:  Bewohnt gerne verlassene Schuppen oder Scheunen, im Garten findet man sie in dichten Gebüschen oder feuchten Wiesen; vorwiegend tagaktiv

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Waldmaus

Aussehen:  Deutlich große, hervorstehende Augen und Ohren, braun bis gelbbraune Farbe, die Unterseite ist meist schmutzig weiß

Nahrung:  Samen und Früchte wie Haselnüsse, Eicheln und Bucheckern, Früchte, Knospen, Pilze, Wurzelknollen und Insekten.

Lebensweise:  Lebt gerne in Parks und Gärten oder hier in Deutschland am liebsten Nadelwälder, überwiegend nachtaktiv

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Spitzmaus

Aussehen:  Wie ein Minimaulwurf, zugespitzte Schnauze; kleine, manchmal im Fell verborgene Augen, Ohren kaum erkennbar

Nahrung: Da sie im eigentlichen Sinne nicht zu den Mäusen, sondern zu den Insektenfressern gehört, ist Ihre Nahrung natürlich vorwiegend Insekten, aber auch Würmer, Larven und wirbellose Tiere gehören mit auf den Speiseplan. Der Speichel ist giftig, wodurch sich auch größere Tiere wie z.B. kleine Schlangen, Wühlmäuse und Kröten erlegen lassen.

Lebensweise:  Tag- wie auch Nachtaktiv, vorwiegend Bodenbewohner

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Habt ihr herausgefunden welche Mäuse sich in eurem Garten verstecken?

Dann kommen wir jetzt zu den aller wichtigsten Fragen:

  • Was tun?
  • Wie fängt man Mäuse?(meistens nicht mit Speck)
  • Und wohin mit den gefangenen Tieren?

Zu Anfang hatte ich ja schon erwähnt, dass wir in diesem Jahr ein „kleines“ Mäuseproblem hatten. Ich rede hier nicht von 5 Tieren, die uns „gestört“ haben. Die Mäuse haben irgendwie einen Weg in unsere Gartenhütte gefunden und da ordentlich Party gefeiert.

Wir reden von 45! gefangenen Mäusen in 3 Wochen, teilweise 3-5 Stück pro Tag.

Was tun?

Normalerweise hilft die Natur sich selbst, indem jedes Tier seinen natürlichen Gegenspieler hat. Das klappt aber nicht überall.

Da weder wir, noch meine Eltern den Tieren was tun wollten, haben wir uns zunächst einmal Lebendfallen besorgt. Eine Falle die wir absolut empfehlen können und die immerhin 45 Mäuse gefangen hat verlinke ich Euch hier:

Lebendfalle für Mäuse

Es gibt auch noch die Methode, die Mäuse zu vergrämen, also zu vertreiben. Diese Methoden sind jedoch sehr unterschiedlich in Ihrer Wirksamkeit und hängen von vielen Faktoren ab. Daher gehen wir in diesem Artikel nur auf das effektive Fangen der Mäuse ein.

Wie fängt man Mäuse?

Nachdem wir die Tiere vom Balkon aus und auch im Garten ausreichend beobachtet hatten, wussten wir schon einmal welche Mäuseart hauptsächlich ihr Unwesen in unserem Garten trieb. Also haben wir die Fallen hauptsächlich mit dem Vogelfutter und Haselnüssen bestückt, also genau das was sie auch in unseren Garten gelockt hat. Und zack war die erste Maus eingefangen.

Wichtig!: Um wirklich Erfolg zu haben, solltet ihr auf die einzelnen Futtervorlieben der Tier also eingehen!

Wohin mit den gefangenen Mäusen?

Nun kommt der eigentliche Clou und wahrscheinlich auch das aufwendigste an der ganzen Sache.

Ihr müsst die Mäuse wegbringen. Ich rede hier nicht von ein paar Metern, sondern von min. 2-3 km.

Also hat mein Vater sich jeden Tag, 3 Wochen lang, 3-5x am Tag, die „gefüllte“ Falle geschnappt (natürlich mit Handschuhen) und ist in unseren benachbarten Wald gelaufen.

Jetzt kann man sich natürlich fragen, warum er jedes Mal wenn die Fall zu war, zeitnah das Tier weggebracht hat. Aber gerade das ist wichtig um möglichst viele Tiere schnell zu fangen und natürlich sollen die Tiere auch keinen Hitzschlag kriegen oder verhungern (wenn sich dann doch mal eine Art verirrt hat, die keine Nüsse oder Vogelfutter frisst).

Ich kann Euch sagen, die Arbeit hat sich wirklich gelohnt. Nach den 3 Wochen ist der Garten meiner Eltern so gut wie mäusefrei und das mit reinem Gewissen. Denn die freigelassenen Mäuse können entweder an anderer Stelle glücklich weiterleben, oder dienen dort als Nahrung für andere Tiere. Statt durch herkömmliche Fallen einfach im Abfall zu landen. Der Aufwand lohnt sich also in jeglicher Hinsicht!

Hier seht ihr noch 3 unserer gefangenen, kleinen Freunde:

Nun könnt ihr direkt euer gelerntes Wissen anwenden, schreibt uns in die Kommentare um welche Mäuse es sich hierbei handeln könnte.

Im Artikel vorgestellte Produkte:

DVD *“Feivel dem Mauswanderer“

Blu-Ray  *“Stuart Little“

*Lebendfalle für Mäuse

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Kategorien: Tier

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