Phänologischer Kalender: Spätherbst: gegen Ende des Spätherbstes, haben alle sommergrünen Pflanzen Ihr Laub abgeworfen.

Der lebendige Garten im November

Diesen Monat könnt Ihr noch einmal fleißig das Laub zusammen kratzen. Wie ich schon im Vormonat erwähnt habe, könnt Ihr damit am besten eine schöne Igelburg bauen. Wenn das Wetter windig genug war, müsste am 30. November alles unten sein. Nur ein Paar sommergrüne Pflanzen halten ihre Laub mit Bedacht noch länger. Dazu gehört z.B. die Hainbuche. Die braunen Blätter hängen meist noch bis zum neuen Austrieb im Frühjahr. So schützt sie sich gegen harte Fröste, da das Laub zusätzlich isoliert.

Jetzt zahlt es sich auch aus, wenn bei der Gartenplanung auf Rindenschmuck-Gehölze geachtet wurde. Sträucher wie der Korkflügelstrauch, oder auch der sibirische Hartriegel, zeichnen sich in der kahlen Jahreszeit durch ihre schöne Rinde aus. Der sibirische Hartriegel hat eine auffallend rote Rinde. Das macht sich sehr gut neben immergrünen Gehölzen, da wir so einen schönen Rot-Grün Kontrast erzielen. Der Korkflügelstrauch wirkt über die besondere Struktur der Borke. Wie Ihr schon merkt, lässt eine gute Planung den Garten das ganze Jahr über attraktiv aussehen.

  • Nistkästen reinigen: 

Zwischen Oktober und Februar ist eine gute Zeit, um die Nistkästen zu kontrollieren Garten Nistkastenund zu reinigen. Das hat mehrere Vorteile für unsere kleinen Piepmätze. Wenn im Frühjahr auf dem Nest des Vorjahres aufgebaut wird, kommt die Vogelmama mit Ihren Eiern automatisch immer ein Stockwerk höher. Das freut auch den Marder, denn so kommt er leichter an die leckere Beute. Der Hauptgrund des Reinigens ist jedoch die Parasitenbekämpfung. In den alten Nestern wimmelt es meist nur so vor Flöhen, Zecken und anderen Parasiten. Nicht gerade schön für die Vogelbrut. Deswegen wird das alte Nest im Winter, samt der ungebetenen Gäste an die frische Winterluft gesetzt.

Ich persönlich würde die Säuberung auf den Februar hinauszögern. So dienen die alten Nester den kalten Winter über als Versteck für diverse Insekten. Die Brutzeit der Vögel beginnt ja erst im März, und so haben unsere geflügelten Freunde direkt mehr Nahrung.

  • Garten winterfest machen: 

Bei einigen exotischen Pflanzen, wie z.B. der Olive, sollten nun Vorkehrungen für den Winter getroffen werden. Vor allem jüngere Pflanzen, die noch nicht lange im Garten stehen, sind meist anfällig für Frostschäden. Diese äußern sich meist in abgestorbenen, braunen Blättern oder Trieben, oder die Triebe wirken matschig weich. Das liegt an den aufgeplatzten Zellwänden.

Meist können die erfrorenen Teile im Frühjahr einfach abgeschnitten werden, und die Pflanze treibt neu aus. Wenn eine junge, empfindliche Pflanze aber auch noch in exponierter Lage steht, also dem kalten Wind frei ausgesetzt, kann bei starken Frösten auch schon mal die komplette Pflanze erfrieren. Dagegen helfen mehrere Sachen:

– Die Erde über dem Wurzelbereich dick (10-15cm) mit Laub oder anderem luftigen Mulchmaterial abdecken. Das wirkt wie eine isolierende Decke und schützt Wurzeln und Stammansatz vor dem erfrieren.

Oberirdische Pflanzenpartien mit Jute oder Vließ abdecken. So werden auch effektiv rosebush-236973_640die Triebe geschützt, und die Verdunstung wird gehemmt. Denn wenn der Boden gefroren ist, und das Wurzelwerk noch nicht tief genug in die Erde reicht, kann nicht genug Wasser gezogen werden. Verdunstet durch die Wintersonne jedoch mehr Wasser als von unten nachgesaugt werden kann, droht der unweigerliche Pflanzentod.

Hochstämme mit Kalkanstrich oder Schilfmatten gegen Frostrisse schützen. Diese entstehen meist, wenn die kalte Rinde durch die Wintersonne schlagartig erwärmt wird. Dadurch entstehen Spannungen, die aufplatzen können. Das wäre wieder ein geeigneter Einstiegsort für Pilze, Bakterien und Viren.

-Vor allem Kübelpflanzen dick mit Vließ, Jute oder ahnlich isolierenden Materialien einwickeln, damit die Erde darin nicht durchfrieren kann. Achtet wenn möglich auch auf einen Windgeschützten Standort. Handlichere Kübel stellt man über den Winter sowieso besser an einen halbwegs hellen, frostfreien Platz, z.B in den Keller oder ungeheizten Flur.

 

  • Winterschmuck stehen lassen:

Bei den meisten Stauden lohnt es sich, den Rückschnitt erst im Frühjahr zu machen. Denn Exemplare, wie unter anderem das Brandkraut, sehen durch die alten Fruchstände selbst im Winter noch attraktiv aus. Besonders, wenn an einem sonnigen Wintermorgen noch der Reif dran haftet.

Besonders die Tierwelt freut sich über die noch gebliebenen Versteckmöglichkeiten. Zum Dank ist der Garten dadurch viel lebendiger, und besonders die Kinder werden sich freuen, wenn sie den ein oder anderen Igel durch den Garten huschen sehen. So macht man auf einfache Weise etwas für die Artenvielfalt und ein insektenreicher Garten lockt automatisch Vögel und anderes, hübsches Getier an. Ausserdem, wirken die alten Triebe jetzt noch als natürlicher Frostschutz. So haben die Stauden nach dem Rückschnitt im Frühjahr einen besseren Start.

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